Geschichte der Feuerbestattung

KrematoriumKrematorium
Anlage für die Einäscherung Verstorbener.

Die Leichenverbrennung ist in vielen alten Kulturen zu Eigen gewesen, als eine durch die Religion gebotene Form der Bestattung. Sie sollte der Seele den Weg ins Totenreich freimachen, zugleich auch eine Wiederkehr des Todes verhindern.

Da die ersten Christen den ärmeren Bevölkerungsschichten angehörten, war die ErdbestattungErdbestattung
Beisetzung des Leichnams in einem Grab in der Erde.
für sie die allgemein übliche Form der Bestattung und so blieb es bis in die Neuzeit. Ungefähr 400 nach Christus wurde die traditionelle Erdbestattung durch die Christianisierung des Kaiserreichs bevorzugt. Im späteren Verlauf ersetzt die Erdbestattung die EinäscherungEinäscherung
Siehe Feuerbestattung
gänzlich, außer bei Seuchen und Kriegen. Dieser Brauch wurde in Europa auch in den folgenden 1500 Jahre beibehalten.

Die FeuerbestattungFeuerbestattung
Die Verbrennung oder Einäscherung eines Verstorbenen.
war bis ins 19. Jahrhundert verpönt.

Jacob Grimm hielt am 21.11.1849 in Berlin eine aufsehen erregende Vorlesung "Über das Verbrennen von Leichen", und 1876 wurden am ersten Europäischen Bestattungskongress in Dresden die ersten Richtlinien für die Verbrennung "von menschlichen Leichen in dezenter Weise " erarbeitet. Die katholische Kirche verbot 1886 die Verbrennung von Leichen und verschärfte 1892 die Bestimmungen "bei Exkommunikation" (cod.jur.can. 1339). Trotzdem entstanden ab 1876 in Europa (Mailand) und Nordamerika (Washington) Krematorien.

Die ersten Krematorien
Die ersten Krematorien wurden 1876 auf dem Camposanto in Mailand und 1878 in Gotha errichtet. Diese Anlage, das Ergebnis der Bemühungen der Feuerbestattungsvereine, blieb lange die einzige in Deutschland, erst 1891 folgte eine weitere in Heidelberg. Einzelne Bundesländer, wie Anhalt, Braunschweig, Hamburg, Sachsen und vor allem Thüringen, erleichterten die Feuerbestattung sehr. Andere entschlossen sich nur langsam zum Erlass entsprechender Vorschriften. Am längsten zögerten Bayern und Preußen, die nicht nur die Errichtung von Feuerbestattungsanlagen von besonderen Bedingungen abhängig machten, sondern auch für die Genehmigung der einzelnen Einäscherung das Vorliegen bestimmter Vorraussetzungen zur Pflicht machten. Trotzdem gewann die Feuerbestattung immer mehr Anhänger. In den rund 60 Jahren von 1878 bis 1936 fanden in Deutschland insgesamt 946 000 Einäscherungen statt.

Gesetze über die Feuerbestattung
Angesichts der Vielgestaltigkeit und Unübersichtlichkeit der landesrechtlichen Bestimmungen wuchsen die Bestrebungen auf eine einheitliche Regelung für das ganze Reichsgebiet ständig und führten schließlich zum Erlass des Gesetzes über die Feuerbestattung vom 15.5.1934, durch das die Feuerbestattung umfassend geregelt wurde. Das Gesetz, das in programmatischer Form den Grundsatz enthielt, dass Feuerbestattung und Erdbestattung grundsätzlich gleichgestellt sind, entsprach damit den zahlreichen Wünschen, die diese Gleichstellung als Ausdruck der Achtung vor ihrer Überzeugung immer wieder gefordert hatten. Der Gleichstellungsgrundsatz wurde jedoch gewissen Einschränkungen unterworfen, die im Interesse der Sicherheit der Strafrechtspflege für unerlässlich gehalten wurden. Geltend gemacht wurde insbesondere, dass eine zuverlässige Feststellung der Todesursache ausgeschlossen sei, wenn nachträglich der Verdacht auf Vorliegen einer strafbaren Handlung (eines Tötungsverbrechens) auftauchen sollte.

Neuregelungen des Friedhofs-und Bestattungsrechtes
Diesen Bedenken trug der Gesetzgeber durch entsprechende Vorschriften genauer Feststellungen, insbesondere über die Todesursache, vor der Einäscherung Rechnung. Nach In-Kraft-Treten des Grundgesetzes galten das Gesetz vom 15.5.1934 und die Durchführungsverordnung vom 10.8.1938 entsprechend der Kompetenzverteilung des Grundgesetzes als Landesrecht weiter. Sie sind in die in den verschiedenen Alt-Bundesländern erfolgten Neuregelungen des Friedhofs-und Bestattungsrechtes einbezogen worden. Unverändert gilt das Gesetz über die Feuerbestattung in Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein sowie in den neuen Bundesländern.

1963 hat die katholische Kirche die Einäscherung von Leichen akzeptiert ("Sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht" can. 1176 §3). Heutzutage werden in Europa rund ein Viertel der Verstorbenen kremiert, in den USA etwa 30 Prozent. In Asien beträgt die Kremierungsrate - schon religionsbedingt - rund 90 Prozent.

 

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